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Über zeitgenössische Kunst in Schleswig-Holstein und eine ganz besondere Schau

Auf Schloss Gottorf werden derzeit in einer großen Sonderausstellung Arbeiten von 100 zeitgenössischen Künstlern gezeigt. Der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, Landesverband Schleswig-Holstein (BBK-SH), ist mit seiner 66. Landesschau bei uns zu Gast. Im Interview spricht der Vorsitzende Anders Petersen über die norddeutsche Kunstszene und warum Museumsbesucher die ausgestellten Werke nicht nur anschauen, sondern auch kaufen können. 

Herr Petersen, Mitte November hat der BBK-SH auf der Schleswiger Museumsinsel seine 66. Landesschau eröffnet. Zum Konzept der Ausstellung gehört es, ein Abbild der schleswig-holsteinischen Kunstszene zu liefern. Was zeichnet diese Szene denn aus?

Der BBK-SH versteht sich in aller erster Linie als Berufsverband. Ein Verband bleibt aber unsichtbar, solange er nicht durch seine Mitglieder personifiziert wird, mit einem Gebäude geortet und mit einer regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltung vorstellbar und begriffen werden kann. Auch dafür steht die Landesschau.
Aufgrund der überschaubaren Größe unseres Bundeslandes kennen sich die Bildenden Künstlerinnen und Künstler in Schleswig-Holstein - generationsübergreifend - in der Regel gut und nehmen, neben aktuellen internationalen Zeitströmungen, die individuellen Wege der Kolleg*innen wahr. Daraus hat sich eine Qualität entwickelt, die den nationalen Vergleich zu ähnlich strukturierten Bundesländern nicht scheuen muss.
Bemerkenswert ist in dieser Landesschau, wie auch in den vorangegangen, der hohe Anteil an beteiligten Künstlerinnen. Hier spiegelt sich ein reales gesellschaftliches Bild ab, dass so im nationalen und internationalen Kunstmarkt leider nicht anzutreffen ist.

In der aktuellen Landesschau werden 148 Arbeiten von 100 Künstlern gezeigt – die zuvor von einer Jury ausgewählt worden sind. Was erwartet die Besucher in dieser Ausstellung? Und was hat die Jury bei der Auswahl der Werke bewegt?

Die Landesschau wird nicht nach thematischen Vorgaben realisiert. Nur jüngeren Datums sollten die Werke schon sein. Gleichfalls werden keine Sparten ausgeschlossen. Und dies sollte in einer Landesschau auch deutlich werden. Von der klassischen Druckgrafik, die im vergangenen Jahr ins immaterielle Kulturerbe der Unesco aufgenommen wurde, bis zur Videoinstallation ist der Bogen der Ausstellung gespannt. Klassische Malerei ist genauso vertreten, wie digital auf dem „I-Pad“ erstellte Werke. Aktuelle Zeitströmungen sollen genauso sichtbar werden, wie abgeklärte Positionen, die sich auch heute noch bestätigen lassen.
Dies ist für die autonome Jury eine hohe Herausforderung. Dazu müssen die jeweiligen Qualitäten, die räumlichen Bedingungen und zudem das Gesamtbild einer Ausstellung im Juryprozess beachtet werden. Diese Entscheidungen, für die Betroffenen oft schmerzhaft, müssen getroffen werden und da trifft die Kunst auf Grenzen, die sich die Künstlerinnen und Künstler selbst setzen müssen.

Normalerweise geht man ins Museum, um sich Kunstwerke anzuschauen – diese kann man alle kaufen. Wie darf man sich das als Besucher vorstellen?

Ja, das ist so. Das Museum ist normalerweise nicht der Ort, an dem Kunst veräußert wird. Der Verkauf von Kunstwerken erfolgt üblicherweise durch professionelle Vermittler*innen und Galerist*innen oder die Sammler*innen finden den Weg ins Atelier. Gleichwohl begrüßen wir es als BBK-SH, dass auch in dieser Landesschau Ankäufe möglich sind. Die Bildenden Künstlerinnen und Künstler, nicht nur in Schleswig-Holstein, sind in der derzeitigen Situation mehr denn je auf Verkäufe angewiesen. Laut einer Umfrage des BBK Bundesverbandes liegt das Durchschnittseinkommen der Bildenden Künstler*innen in Deutschland bei 5000,- Euro - im Jahr! Falls Sie also von einem der ausgestellten Werke begeistert sein sollten, mit dem Sie ihr Leben nachhaltig bereichern wollen, ist der Ablauf ganz einfach. Sie hinterlassen verbindlich Ihren Namen und Ihre Adresse bei der Aufsicht des Museums und der rote Punkt sichert Ihnen das Werk.

 



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